Über 100 Antifachist:innen versammelten sich am Samstagabend (29.02.2025) abermals in Nordhastedt, um sich dort einem Konzert des Nazi-Musiklabels „Neuer Deutscher Standard“ im „Alten Bahnhof“ entgegen zu stellen. In der Gasttätte des AfD-Kreistagsvorsitzenden Maro Reschke traten unter einem rassistischen Motto die rechten Rapper „Proto“ und „Kavalier“ auf.



Die Polizei hatte den gesamten Straßenbereich vor dem Veranstaltungsort mit einer Hundertschaft und Einsatzfahrzeugen hermetisch abgerigelt und ließ nur ausgewiesene Konzertgäste passieren. Die Gegenkundgebung postierte sich während der Anreise der Rechten nichtsdestotrotz in Sicht- und Hörweite des Geschehens am Bahnhof und protestierte mit Musik und Parolen. Als der Einlass der etwa 85 Konzertbesucher:innen abgeschlossen war, trugen die Antifaschist:innen ihren Widerspruch mit einer lautstarken Demo auch in den Ort hinein. Nach einer Zwischenkundgebung an der anderen Seite der Polizeiabsperrungen, zogen die Demonstrant:innen zurück zum Bahnhof.



Hier kam es wie schon bei vorherigen Antifa-Protesten in Nordhastedt zu teils schweren Polizeiübergriffen auf Kundgebungsteilnehmer:innen. Bei einer willkürlichen Ingewahrsamname wurden mehrere Demonstrant:innen ohne Vorwarnung überrannt und eine Person brutal herausgezogen. Die anschließende Maßnahme gegen die betroffene Person wegen zahlreicher abenteuerlicher Vorwürfe dauerte etwa eine halbe Stunde an. Nach mehr als drei Stunden wurde die Gegenkundgebung gegen 21.30 Uhr schließlich beendet.



Ursprünglich war das Nazi-Konzert ohne konkrete Ortsangabe für Plön angekündigt worden. Erst im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass die klandestin eingeschleusten Besucher:innen der rechten Atzen-Party stattdessen jedoch wie schon beim Sellner-Besuch vor wenigen Wochen mit dem biederen AfD-Landgasthof in der Dithmarscher Provinz Vorlieb nehmen müssen. Antifaschistische Gruppen ließen sich davon nicht abhalten und mobilisierten spontan nach Nordhastedt.
In Anbetracht der Fascho-Prominenz, die Mario Reschke nun vermehrt in die beschauliche Ortschaft lockt, kann die Devise des Abends auch in Zukunft nur lauten: „Reißt den Alten Bahnhof ab und schmeißt den Reschke raus!“