Am Samstag (22.03.2025) versammelten sich rund 500 Antifaschist:innen in Neumünster, um sich einem Auflauf des rechten „Gemeinsam für Deutschland“-Bündnis entgegen zu stellen. Die Querdenken-nahe, offen rassistische und nationalistische Struktur mobilisierte an diesem Tag bundesweit zu Protesten in verschiedenen Städten, Akteure aus der AfD und die „Freien Schleswig-Holsteiner“ schlossen sich dem nördlichsten Ableger dieser Mobilisierung an.
Mit etwas Verspätung setzten sich die Teilnehmer:innen des Gegenprotestes am Mittag vom Postparkplatz am Bahnhof aus in Bewegung, um sich nach einem Schlenker über die Bahnhofsstraße auf dem Großflecken zu positionieren, wo später die Zwischenkundgebung der rechten Demonstration stattfinden sollte. Die Antifaschist:innen verschiedener Spektren konnten sich so in Sichtweite der Rechten weitläufig aufbauen und ihre Kundgebung mit Musik und Sprechchören lautstark kommentieren. In zwei Redebeiträgen lokaler Gruppen wurde die Wichtigkeit betont, sich in diesen zugegeben miesen Zeiten des Rechtsrucks gemeinsam gegen jede rechte Mobilisierung zu stellen und sich auch darüber hinaus weiter zu organisieren.
Bereits weit vor Beginn der antifaschistischen Gegendemo war die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Einsatz machte wieder einmal deutlich, dass sein klares Ziel war, die Gegenproteste zu drangsalieren und zu hemmen und den rechten Aufmarsch durchzusetzen.

An der rechten Demo beteiligten sich über 800 Personen, die teils mit Autokorsos aus dem norddeutschen Raum und Dänemark angereist waren. Die Zusammensetzung und Forderungen waren hier so konfus wie der Aufruf und das mobilisierte Spektrum an sich. Es beteiligten sich jedoch auch bekannte AfD- und JA-Aktivist:innen aus Schleswig-Holstein an der Aktion.
Mittlerweile hat „Gemeinsam für Deutschland“ weitere bundesweite Aufmärsche 26. April angekündigt. Um zu verhindern, dass sich eine derart große rechte Mobilisierung wie in Neumünster wiederholen kann, sind alle Antifaschist:innen in Schleswig-Holstein angehalten, Augen und Ohren aufzuhalten und sich an diesem Tag weiteren rechten Umtrieben entschlossen entgegen zu stellen.