Über 100 Menschen beteiligten sich am Dienstagabend an einer Demonstration unter dem Motto „Unsere Solidarität gegen ihre Repression“ zum Tag der politischen Gefangenen in der Kieler Innenstadt. Bei der Auftaktkundgebung am Dreiecksplatz waren Beiträge der Autonomen Antifa-Koordination zu der sich seit Jahren verschärfenden Repression gegen Antifaschist:innen, die auch in der BRD immer häufiger in Haftaufenthalten mündet, sowie der Turboklimakampfgruppe Kiel zu Angriffen auf Klimakämpfe zu hören. Desweiteren wurde ein Grußwort der Family & Friends Hamburg zum aktuellen Stand im Budapest-Komplott gegen internationale Antifa-Strukturen abgespielt.



Anschließend setzte sich der Zug zum Polizei-Komplex in der Blumenstraße in Bewegung. Hier hatten zwei der im Januar aus dem Untergrund aufgetauchten Antifas ihre erste Nacht in den Fängen des Staates verbracht. An diesem Ort sprach Thomas Meyer-Falk, der selbst 27 Jahre im und aus dem Knast heraus politisch gekämpft hat und seit 2023 wieder in Freiheit ist. Thomas referierte am Abend bei einer Veranstaltung zum 18. März, unterstütze aber auch die Demo durch seine aktive Teilnahme. Ein weiterer Beitrag verwies auf die andauernde Repression auch gegen vergangene revolutionäre Aufbrüche und rief dazu auf, sich anlässlich der Prozesseröffnung gegen die ehemalige RAF-Militante Daniela Klette in Celle in der kommenden Woche solidarisch zu zeigen.



Weiter ging es unter lauten Parolen, etwas Pyrotechnik und vorbei an einem großflächigen Free all Antifas-Graffiti über den Knooper Weg und die Rathausstraße in die Einkaufzone, wo die Demo am Europaplatz mit einer Abschlusskundgebung endete. Aus aktuellem Anlass sprach hier das Bündnis Defend Kurdistan Kiel zur Repression gegen die kurdische Befreiungsbewegung. Letzte Woche kam es in Kiel und Lübeck unter dem Vorwurf der PKK-Tätigkeit zu mehreren Razzien, in deren Folge ein Betroffener in Hamburg in U-Haft sitzt. Die letzten Worte gehörten der Roten Hilfe, die darauf hinwies, dass zunehmende Repression auch mehr Solidarität und damit aktive Mitarbeit in Antirepressionsstrukturen erfordert.



Viele Teilnehmer:innen begaben sich anschließend in die Kollektivkneipe Subrosa zur Veranstaltung mit Thomas Meyer-Falk.