Vielfältig und mit langen Atem gegen den AfD-Wahlkampfabschluss in Kiel

Für Kieler Antifaschist:innen sollte der 22.02.2025 nochmal ein letzter langer Samstag im Kampf gegen die faschistische Wahlpropaganda der AfD werden.

Der Vortag der Bundestagswahlen begann bereits recht früh im abgelegenen Stadtteil Dietrichsdorf. Eine Stunde nachdem die Rechten rund um ihren lokalen Direktkandidaten Hubert Pinto de Kraus sowie der stets skurril anmutenden Karin Kaiser einen Wahlkampfstand am örtlichen REWE-Markt aufgebaut hatten, formierte sich auch hier immer mehr Widerspruch. 50 Antifaschist:innen verschiedener Spektren stellten sich ihnen schlussendlich entgegen. Die relativ martialisch präsente Polizei schirmte das Szenario ab, der Andrang blieb in Anbetracht dieser insgesamt unattraktiven Außenwirkung gering. Einige Saufnazis, die sich direkt neben der AfD niedergelassen hatten, versuchten am Rande des Geschehens den Gegenprotest zu provozieren. Nach nicht einmal zwei Stunden endete der kurze Spuk bereits, es zeichnete sich jedoch ab, dass dies nicht das letzte Aufeinandertreffen an diesem Tag gewesen sein sollte.

Diese Prognose sollte Recht behalten: Am frühen Nachmittag wiederholte sich das Setting am Asmus-Bremer-Platz in der Innenstadt. Eine glückliche Fügung wollte es allerdings, dass in unmittelbarer Nähe gerade die Abschlusskundgebung einer großen Anti-Rechts-Demo von Schüler:innen und Gewerkschaften stattfinden sollte. Dies bescherte der spontanen antifaschistischen Gegenmobilisierung binnen kurzer Zeit einen erfreulich großen Zulauf. Beinahe kam antifaschistische Feststimmung auf, als zwischenzeitlich bis zu 300 Menschen diesem letzten Versuch der AfD, in Kiel ungestörten Bundestagswahlkampf zu betreiben, ins Leere laufen ließen. Mit unterschiedlichen Mitteln, von lauten Parolen über Redebeiträge bis zu Tanz und Gesang, sorgten die Antifaschist:innen dafür, dass die Laune der rechten Wahlkämpfer:innen im Laufe der penetranten drei Stunden sichtlich sank.

Irgendwann hieß es jedoch endlich Einpacken und der Anspruch, dass in Kiel kein Wahlkampfstand von Faschist:innen ohne kritische antifaschistische Begleitung bleibt, konnte abermals als nachgewiesen verbucht werden.